3. HANSCRAFT CYBER TASTING AM 27.04.20 // MHD SPECIAL

Aktualisiert: Mai 5

Der weiterhin anhaltende Lockdown der Gastronomie in Deutschland ist uns Anlass genug, über Alterungsprozesse im Bier zu sprechen und darüber aufzuklären.




Das Thema ist brisant und war demnach von großem Interesse geprägt, weshalb sich Hans zusätzlich fachkundige Unterstützung vor die Kamera und in die Leitung holte. #wirtrinkenzuhause



Daniel Burger


„... und dann kam Covid-19 und hat die Tür zu gemacht.”

Im Dezember 2019 hat Daniel den regionalen Vertrieb bei Hanscraft & Co. übernommen und zeichnet sich seither für die ordentliche Betreuung von Händlern und Gastronomen im Verkaufsgebiet verantwortlich. Durch die Schließung sämtlicher Bars und Restaurants sowie die Schwerpunktverlagerung des Handels ist seine allgemien vertriebliche Tätigkeit derzeit jedoch auf ein Minimum reduziert.



Kolja Gigla


Der Gründer der Mashsee Brauerei aus Hannover und diplomierte Braumeister führte aus wissenschaftlicher Sicht durch die Verkostung. Nicht nur die ihm zugesandten Biere kamen aufgrund höherer Gewalt bei DHL pünktlich zum Tasting wieder an uns zurück, auch sein Handy ließ sich nicht mit Instagram verbinden. Also haben wir ihn kurzerhand per Telefon dazugeholt.


1. Bier: Single Hop Kellerpils


„Der Deutschen liebstes Bier.”

Das MHD wurde bereits um knapp ein dreiviertel Jahr überschritten, dennoch hatten wir ein sehr gut trinkbares Pils vor uns. Der Kohlensäuregehalt hat ein wenig abgenommen, war aber dennoch ausreichend. Die Hopfenaromen des Stopfhopfens waren etwas zurückgegangen aber waren keine keine Fehlaromen und keine optischen Auffälligkeiten feststellbar.

2. Bier: Sun Downer New England IPA


Anders als beim Kellerpils hatten wir es hier mit einem Bier zu tun, was bereits fast zwei Jahre abgelaufen war und normalerweise so frisch wie möglich zu trinken gewesen wäre, denn hopfenbetonte Biere verlieren i. d. R. am ehesten ihren typischen Charakter. Die leckere Fruchtigkeit war gänzlich verflogen, während die Bittere zunahm. Pappartiger Lichtgeschmackt kam hinzu. Das Bier war seit seinem Ablauf nicht mehr gekühlt worden.


3. Bier: Backbone Splitter IPA


Zwei Monate über dem Verfallsdatum ist auch hier der Frischecharakter eher einem breiteren Körper gewichen. Die für den Backbone Splitter während seiner Haltbarkeit typische Balance tendierte zu einem einsetzenden Ungleichgewicht, weg von erfrischender Fruchtigkeit zu brotigen Malznoten. Jedoch zwei Monate über MHD immer noch eines der besseren und immer noch fruchtigen IPAs, trotz erreichten Haltbarkeitslimits.


4. Bier: Mahoni Marina BBQ Dark Ale


Das 7,5-prozentige, mit Rauchmalz gebraute Dunkelbier hat sich hingegen positiv entwickelt, und seinen Charakter harmonisiert. Immerhin war Mahoni Marina bereits vor über zwei Jahren abgelaufen. Feine Rauchmalznoten, die sich zu einem samtigen, vollmundigen Körper gesellen und somit ein herbstliches Wohlbefinden hervorbringen.


5. Bier: Black Nizza Motor Øl Imperial Stout


Abgelaufen im Dezember 2019 und somit auch schon zwei Jahre alt, zeigte sich dieses 9-pronzentige Schwarzbier als am positivsten entwickelt. Die Alterungsprozesse bei starken, dunklen Bieren begünstigen eher die Qualität und Wertigkeit, wodurch das die Offenbarung des Abends war. In diesem Alter ist das Bier wesentlich schöner zu genießen, als frisch abgefüllt.


Fazit:


Das meiste steht und fällt über die Qualität der eigenen Arbeit beim Brauen, Lagern und Abfüllen. In gute Technik zu investieren zahlt sich spätestens hier aus. Sauerstoff ist des Bieres Feind und je besser man ihn vom Bier fernhält, desto länger halten sich auch unfiltrierte und unbehandelte Biere in der Flasche. Dunkle Biere verbessern überwiegend ihre geschmacklichen Eigenschaften über die Zeit. Sachgemäße Lagerung beim Verbraucher ist der zweite, wichtige Punkt. Stets gekühltes und vor Licht geschütztes Bier dankt euch diese Fürsorge über die Zeit.


Bereits in zwei Wochen sehen wir uns wieder mit Kolja auf diesem Kanal, dann zu einem Tasting durch jeweils drei Biere von Mashsee und Hanscraft & Co.

Cheers und bis zum 13. Mai!

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